„Zeige deine Wunden“

Die Entdeckung der Vulnerabilität und die therapeutische Kraft christlicher Mystik.

Aus der Evolution tief eingeprägt, vermeidet die Spezies Mensch Verletzungen wie die Pest. Sie sind ja auch Vorboten des Todes. Wie viel Leben und Freiheit wird gar nicht erst gewagt, weil die Angst vor Verwundung so groß ist. Es ist jedenfalls nicht zufällig, dass das Thema „Vulnerablität“ derzeit aktuell ist, gerade im feministischen Denken. Immer sind  dabei  unterschiedliche Ebenen im Spiel: die biografisch – existenzielle mit ihren Beziehungs“kisten“, die strukturelle und systemische in der Arbeits- und Berufswelt, auch die kirchlich-religiöse… Was und wer verletzt wo und warum; und wie gehen wir damit um? Gibt es gar eine Lust zu verletzen? Zum Alleinstellunsmerkmal des Christlichen gehört in seiner Mitte der verwundete Arzt aus Nazareth, blutiges Opfer mitmenschlicher Gewalt und brutalster Verletzung. Er sei der wahre Asklepios, der Heilgott, sagte man in der frühen Kirche, der wirkliche Arzt und Apotheker; und die Sakramente sind Heilmittel  besonderer Art. Hängt die therapeutische Kraft dieses Heilands mit seinen Wunden zusammen – und deren „Bewältigung“? „Wunden sind Augen“, heißt es in christlicher Mystik, und der große Christusroman „Parzival“ spricht nur davon. „Durch deine Wunden heile mich“, betet über Jahrhunderte hin die Christenheit. Aber sind nicht viele auch durch „die“ Kirche verletzt? Jedenfalls sind in unserer Therapiegesellschaft, in der Gesundheit als „der Güter höchstes“ gilt und deshalb Verwundungen sofort als Niederlagen erlebt werden, christlicher Glaube und seine Mystik aktueller denn je - mit besonderer diagnostischer und therapeutischer Kraft. Zielgruppe: Haupt-, neben- und ehrenamtlich Tätige in der Erwachsenenbildung sowie Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft

Termin: Fr-Sa, 16.02.-17.02.2018

Leitung: Dr. Gotthard Fuchs, Dr. Erika Straubinger-Keuser

Ort: Kloster im Park, Ludwigsburg-Hoheneck

Kosten: 130 Euro (EZ) / 125 Euro (DZ) / 110 Euro ohne Übernachtung

Anmeldung: 0711 9791 – 284; E-Mail: theologie(at)bo.drs.de